The Busters - Double Penetration

Zurück zur Übersicht | Archiv November 2007 | Archiv 2007

The Busters - Double Penetration

Label: Ska Revolution Records
VÖ: 02. November 2007

22.11.2007 - Die Wieslocher Ska-Band "The Busters" ist nach fast genau zwei Jahren mit einem neuen Studioalbum zurück. Nachdem ich vom Vorgängeralbum "Evolution Pop" doch sehr angenehm überrascht war, war ich natürlich auch sehr gespannt auf das, was The Busters uns Anno 2007 so bieten werden an neuer Musik und unbändiger Spielfreude. Denn das letztere ist schon fast ein Markenzeichen der Band geworden. Und dieses Markenzeichen spürt man auch auf dem neuen Mottoalbum "Double Penetration" sehr. Einerseits ist das natürlich eine großartige Sache, da man einfach den Spaß an der Musik mitgeteilt bekommt, andererseits muss man auch sagen, dass dieses "Positive" bei den Busters-Werken allgegenwärtig ist und dies irgendwann öde wird bzw. werden kann. Die Busters sind ohne Frage großartige Musiker und beherrschen ihre Instrumente super. Doch ebenso hochwertig wie die Künstler, die hinter der Musik stehen, ebenso hochwertig und professionell sind auch die Aufnahmen. Das heißt, alles ist sehr glatt und sauber produziert. Und genau so glatt und sauber ist eben jene Ska-Musik, die stets mit diesem positiven Unterton belegt ist. Und das ist das, was mich diesmal stört.

Anders als bei seinem Vorgänger kann ich bei den gesamten neuen Studioaufnahmen - mal abgesehen von "The Wrong Song" - kein Lied finden, welches über den Busters-Durchschnitt liegt oder gar ein richtiger Kracher ist. Wenn ich vom Busters-Durchschnitt spreche, muss ich natürlich sagen, dass ich diesen Durchschnitt sehr weit oben ansiedle, also weit über die durchschnittlichen Ska- und Oi!-Bands, denn die Busters sind einfach "besser", aber bei Musik kommt es nicht immer auf das Können an. Keine Frage, die 13 neuen Songs sind allesamt super gespielt und auch schön anzuhören, doch der Reiz fehlt mir. Ich erwische mich selbst beim x-ten Mal hören nicht, wie ich meine Tätigkeiten unterbreche, um nur der Musik zu lauschen. Und wenn ich die Musik nur höre, um besser auf sie eingehen zu können, ertappe ich mich, wie ich beginne, mich anderweitig zu beschäftigen. Während ich bei "Evolution Pop" von Beginn an von ein paar wenigen Songs begeistert war und dann nach einiger Zeit plötzlich andere Stücke interessant fand, kann ich bei den Songs von "Double Penetration" nichts dergleichen finden.

Nach den 45 Minuten, die einem das Album bietet, ist man noch lange nicht am Ende, denn dem sehr schlichtem aber doch sehr schnieken Digipak liegt noch ein zweiter Silberling bei. Hierbei handelt es sich um eine DVD, die einem das Motto "Double Penetration" verständlich macht. Denn auf dem neuen Album der Busters gibt es nicht nur was aufs Ohr, sondern hier gibt es auch was fürs Auge. Auf der DVD findet man nicht wie so oft üblich einen einfachen Live-Mitschnitt, sondern ein Unplugged-Konzert, welches nicht vor normalem Publikum gespielt wurde, sondern vor ca. 15 Komparsen. Die gesamte Komparserie besteht aus älteren Semestern, tragen Anzug und Abendkleid und erwarten einen gemütlichen Gala-Abend. Entsprechend außergewöhnlich sind die Reaktionen zu diesem Konzert.

Da man bei Unplugged-Konzerten stets sehen kann, was die Band tatsächlich drauf an, ist man mit einem der Busters natürlich super bedient. In den knapp 30 Minuten kriegt man viele verschiedene Songs aus der Karriere der Band zu hören. So zum Beispiel "Rude Girl" oder den ewigen Gassenhauer "Mickey Mouse In Moscow". Am besten gefiel mir hierbei der Hit der letzten Platte "Whiskey 'Til I Drop". Alles in allem eine tolle Idee die auch gut und interessant umgesetzt wird, aber im Allgemeinen bleibt der Charakter einer einfachen Bonus-DVD erhalten, da es eben nicht sehr viel ist. Als Bonus gibt es noch ein Musikvideo (im Stile der anderen Aufnahmen) zum einzigen Hit "The Wrong Song".

Alles in allem fehlt mir hier noch einiges, obwohl "Double Penetration" quantitativ mehr bietet als beispielsweise die Vorgänger. Reizvolle Songs sind hier Mangelware und das sollte eigentlich der Kern eines guten Albums sein. (sk)

Unsere Bewertung:

3 / 5 Punkte

3 / 5 Punkte

Möchtest Du Dich selbst überzeugen?

Jetzt kaufen

Mehr zum Thema

News

Reviews

Konzertberichte

Fotos

Interviews

Print & Video