Tramper Louis - Dirty Output Signal

Zurück zur Übersicht | Archiv Juni 2007 | Archiv 2007

Tramper Louis - Dirty Output Signal

Label: Eigenproduktion
VÖ: 2007

22.06.2007 - Schon nach wenigen Minuten hatte ich die Befrchtung, dass das eine schnelle Angelegenheit wird mit diesem Album. Schon der sehr experimentelle Intro Song namens "Bukowski" braucht ber eine halbe Minute, bis er einigermaen in Fahrt kommt. Treibende Blser lassen hier noch auf eine bessere zweite Hlfte des Songs hoffen, die aber leider nicht kommt. Der einzig positive Aspekt, der nach dem ersten Lied bleibt, sind eben jene treibende Parts, die aber im Normalfall so etwas wie bergnge zu schnellen und melodiereichen Passagen sind. Beim zweiten Lied namens "First Aid Kit" geht es hnlich weiter. Die Blser sind treibend, und erinnern an die ein- oder andere Ska-Punk Band. Nur dort passt es, hier nicht so richtig. Das dritte Lied "Kleidoscope" macht dann wieder ein wenig Hoffnung, aber im Grunde ist diese schon verloren. Bis zu diesem Punkt bleibt bisher eigentlich nur, dass "Tramper Louis" eine sehr experimentelle Kapelle ist, was mutig ist, aber in diesem Fall nicht fr sehr viel positiven Output sorgt. Aber mal abwarten. Knapp eine halbe Stunde ist ja noch vorhanden, in der man einiges wieder gut machen kann. Hoppla, der dritte Song wird am Ende erst einmal durch eine Hrspiel-hnliche Passage unterbrochen, in der man die Bandmitglieder hrt, wie sie beisammen sind und anfangen mit einer Akustikgitarre den Song noch einmal anzustimmen. Schne Idee. Lied vier ist dann wieder ganz interessant, aber so richtig berzeugen kann erst das fnfte Stck namens "Dear Dustbin". Das Stck ist wirklich fett. Eine Ballade mit viel Kraft, Energie, Melodie und einer geilen Stimme. Ab und zu kommen die Blser dezent zum Einsatz, die ruhigeren Parts gefallen mir aber viel mehr. Hier ist richtiges Ohrwurm Potential vorhanden. Schade, dass das Lied bisher das einzige in der Richtung ist. Die restlichen Lieder dmpeln im allgemeinen in meinen Augen wieder zu sehr vor sich hin. Das Lied "Velvet Goldmine" ist noch einmal eine eher positive Ausnahme, das man als klassischen Ska Song betiteln kann. Dagegen wird das Stck "Mayonaise", das auch mit einem sehr angenehmen und treibenden Ska Beat beginnt, nach knapp einer Minute unterbrochen - weiter geht es pltzlich mit sehr schleppenden und verspielten Abschnitten, die sehr Richtung Soul gehen. Sonst gibt es nicht mehr viel, das bei den 11 Songs hervorsticht.

Viel kann ich dem Album also nicht abgewinnen. Zwei Songs gefallen mir, der Rest pltschert so vor sich hin. Ein paar gute Stellen sind immer mal zu finden, aber richtigen Gefallen findet es nicht. Die Spielzeit von "Dirty Output Signal" liegt bei knapp 40 Minuten. Das Artwork ist angemessen gestaltet, gerade beim Beiheft sieht man, dass man sich Mhe gegeben hat. Alle Texte und eine schne Bebilderung sorgen fr einen positiven Eindruck. Das Knnen, Ohrwrmer und gute Songs abzuliefern ist sicher vorhanden - ebenso gibt es sicher einen Hrerkreis, der genau diese Musik mag, nur fr meine Ohren und fr die der meisten klassischen Ska Fans ist diese Musik sicher nur bedingt etwas. Wer sich nicht sicher ist, sollte am besten mal rein hren. (sk)

Unsere Bewertung:

3 / 5 Punkte

3 / 5 Punkte

Möchtest Du Dich selbst überzeugen?

Jetzt kaufen