Zurück zur Übersicht | Archiv Oktober 2010 | Archiv 2010

Label: Sunny Bastards
VÖ: 01. Oktober 2010
25.10.2010 - Ich muss schon sagen, dass ich mich immer riesig freue, wenn vor mir eine neue Ska-Scheibe liegt. Das liegt natürlich einerseits an der - in der Regel - tollen und erheiternden Musik, aber auch am stilvollen Artwork der CDs, was in dem Fall von der neuen Platte "About Time" von The Hotknives wieder genau meinen Geschmack getroffen hat. Aus diesem Grund möchte ich, bevor ich auf die Musik eingehe, gleich zu Beginn ein paar Worte dazu verlieren.
"About Time" kommt in einer Digipak-Verpackung daher und sorgt allein mit der Grundfarbe weiß schon für einen Blickfang. Das Cover wird geziert vom Logo der Band, den Namen des Album und einen glühenden und dampfenden Wecker. Während die Rückseite die Trackliste, Fotos der Band und einen weiteren Wecker - diesmal einen digitalen - abbildet, bekommt man im Innenleben eine beruhigende Meereslandschaft zu Gesicht, soweit man den Tonträger und das Beiheft entfernt hat. Letzteres hat einen Umfang von 16 Seiten und zeigt in einem geschmackvollem Ambiente weitere Abbildungen der Band, sowie alle Texte der 13 auf diesem Tonträger enthaltenen Songs. Hinzu kommen die üblichen Dankesgrüße und auf der Rückseite des Beiheftes noch einmal die Spielliste, sowie ein paar Daten zur Band und zur CD-Produktion. Während die Vorderseite des Beiheftes noch einmal das Titelbild des Albums ziert, kriegt man auf dem Label der CD noch einmal in großer Variante das Ziffernblatt des Weckers zu sehen, das auch auf dem Titelbild zu sehen ist.
Der Rhythmus, der Sound und der Gesang der Platte überzeugt wieder auf ganzer Linie. The Hotknives spielen in sauberer und eingängiger Form ihre Ska-Musik und versprühen damit eine Menge gute Laune und Tanzlust. Das handwerkliche Können der Jungs ist in jedem Lied zu hören und langweilig wird das Album an keiner Stelle. Die knapp 46 Minuten Spielzeit verfliegen ohne weiteres und ich habe keine Probleme den Silberling noch ein zweites und drittes Mal durch den Spieler zu jagen. Abwechslung ist schließlich vorhanden, so bekommt man sowohl langsamen als auch schnellen Ska bis Raggae um die Ohren gejagt, der an manchen Stellen durch wunderbare Tempowechsel den Hörer zum Tanzen auffordert.
Einziger Kritikpunkt an dieser alles in allem sehr runden Angelegenheit ist in meinen Augen, respektive Ohren, dass keinerlei Hits zu vernehmen sind. Die Platte wirkt als Gesamtwerk sehr gelungen und macht ungeheuerlich Spaß, doch ich bleibe an keinem Song hängen, den ich zumindest eine Weile lang immer wieder hören möchte. Einzige Ausnahme ist vielleicht noch der Titel "Bloody Beautiful", der durch einen vordergründigen Gitarrensound und der eingängigen Orgel, sowie des eigenwilligen Flairs eine Besonderheit des Albums darstellt.
Ansonsten habe ich den Eindruck, dass sich die einschlägigen Ska-Bands immer mehr musiaklisch annähern, was eine fatale Entwicklung wäre. Die Individualität scheint bei vielen Künstlern mehr und mehr in den Hintergrund zu geraten. Vielleicht ist das auch nur mein subjektiver Eindruck, aber in meinen Augen sollten die englischsprachigen Ska-Bands aufpassen, dass sich ihre Musik nicht immer mehr gleich anhört, denn die gemeinsamen Vorbilder Madness sind natürlich allgegenwärtig und wenn man sich zu sehr in diese Richtung orientiert, könnte es bald sehr langweilig in der Szene werden.
Unterm Strich bekommt man aber auch hier wieder ein gelungenes Ska-Album geboten, dass wenig Besonderheiten bietet, aber alles in allem wieder eine Menge Spaß macht und sich hervorragend für die ein- oder andere Fete anbietet oder einfach zum Entspannen. (sk)
Unsere Bewertung:
![]()
4 / 5 Punkte