Rafiki - Ich bremse nicht für Bosse

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Rafiki - Ich bremse nicht für Bosse

Label: Rotlicht Records
VÖ: 30. April 2010

23.04.2010 - Die Message hat man schonmal gehört: Unsere Gesellschaft ist verkommen, im Luxuswahn, korrupt, denkt nur an Geld und Sex, und das alles immer auf Lasten der Kleinen. Mitunter versucht die Band auch, etwas zu viele Worte in eine Zeile zu packen oder auch den billigsten Reim noch mitzunehmen, aber das geschieht klar noch flüssig genug zum Anhören. Bei Stücken wie "Ich gehöre dir" oder "Votre santé" wird's etwas kitschig, auch wenn sonst eher die Bitterkeit vorherrscht. Denn der Titeltrack ist nicht die einzige Kampfansage auf dem Album - es passt also, dass er mit dem düsteren Klappcover prominent in Szene gesetzt wird. Textliches Highlight ist die sarkastische, bitterböse zweite Hälfte von "Wiedersehen".

Auch die Musik hat man schonmal gehört: Trotz Trompete und Posaune, beides übrigens gut ins Bild passend, klingt die Band mehr nach punkgeprägtem Rock als nach Ska-Punk, dem sie sich selbst zurechnet. Aber egal wie man's nennt, der Sound klingt rund, und ist zudem ohne störende Ecken und Kanten produziert. Geschmacksache ist dafür der Sänger, der zwar keineswegs untalentiert ist, sich aber über weite Strecken wie ein Mädchen anhört.

Vieles von dem hat man übrigens womöglich wirklich schonmal gehört: Die gleichbetitelte 2008er EP mit ihren vier Tracks wurde samt Artwork auf das Album übernommen, den Bonustrack "Der kleine Mann" (by the way: Dieses "Nach-dem-letzten-Lied-drei-Minuten-Ruhe-und-dann-noch-eins"-Spiel war vielleicht mal vor 30 Jahren auf Vinyl lustig...) von der 2005er EP "Kein Sklave". Immerhin, Rafiki zeigen damit, dass sie seit Jahren solides Material produzieren. Von übermäßig spannend hat keiner was gesagt. (ys)

Unsere Bewertung:

2 / 5 Punkte

2 / 5 Punkte

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