Von tobendem Hass zu purer Liebe

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Von tobendem Hass zu purer Liebe

01.06.2012 - 2009 war das Jahr, in dem die Gallows aus dem verregneten Großbritannien mit dem Nachfolger ihres, auf der Insel schon viel umjubelten, Debüts „Orchestra Of Wolves“ einen Meilenstein in Sachen rotzigem Hardcore-Punk gesetzt haben. Wütend, chaotisch und doch so gebündelt & fokussiert sowie vor allem äußerst sozialkritisch kam das großartige „Grey Britain“ daher. Schon ab der ersten Minute brannte die Luft und das nicht zuletzt durch Sänger Frank Carter, der ins Mikro keifte, als gäbe es kein Morgen mehr. Im Sommer 2011 reagierten die Fans dementsprechend schockiert, als bekannt gegeben wurde, dass die Gallows und Frank Carter, aufgrund musikalischer Differenzen fortan getrennte Wege gehen wollen.

Umso gespannter war man nun auf die ersten Töne von Pure Love, der neuen Band um Frank Carter und Jim Carroll, seines Zeichens ehemaliger Gitarrist der Hardcore Band The Hope Conspiracy. Ausgehend von beiden Ex-Bands erwarteten die meisten nun ebenfalls Musik mit härterer Schlagseite, doch es sollte ganz anders kommen. Die erste Single „Bury My Bones“, die es als kostenlosen Download auf der Homepage der Band gibt, siedelt sich eher im Classic Rock Bereich an und beginnt mit den bezeichneten Worten „I’m so sick singing about hate…“, welche vom ehemals selbstzerstörerischen Schreihals gesungen (!) werden. Und das klingt ungefähr so.

Auch den vor einigen Tagen veröffentlichten Nachzügler „Handsome Devil’s Club“ hätte man in der Form eher von Künstlern wie Frank Turner erwartet. Die hohe Qualität und die scheinbare Leichtigkeit des Song zeigt aber, dass sie die beiden ex-Hardcoreler im Genre der eher melodischen und positiven Tunes mehr als wohl fühlen. Wir können also gespannt auf das erste Vollalbum und die erste Tour der Jungs sein. (bp)