Fjørt, Lost Girls, Darwin and the Dinosaur - 07.04.2014 - Chemnitz, AC17

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Fjørt, Lost Girls, Darwin and the Dinosaur - 07.04.2014 - Chemnitz, AC17

12.04.2014 - Vor einiger Zeit fiel mir ein Flyer für ein Konzert der Band Fjørt in Chemnitz ins Auge. In einem Schuppen, von dem ich noch nie etwas gehört habe. Geiles Design, aber nichts weiter bei gedacht und erst einmal nur sporadisch im Hinterkopf gespeichert. In der kommenden Zeit kam mir der Name immer häufiger unter und spätestens seit ich mir die Jungs aus Aachen das erste Mal angehört hab, war das Konzert ein klares Muss.

Nachdem die erste Hürde überwunden war - nämlich das AC17 überhaupt zu finden - fanden wir uns auch schon in einem alten Lagerhaus wieder, in dem sich wiederum ein Raum in der Größe eines durchschnittlichen Proberaums befand. Okay, das wird laut, warm und doch familiär und gemütlich, heute. Während wir ankamen, spielten auch schon Darwin and the Dinosaur aus Großbritannien und heizten ordentlich ein. Auf CD vielleicht eine Ecke zu sehr Ami-Pop-Punk, knallten die live ordentlich einen auf's Paket und überzeugten mit Spielfreude und Können. Gut, der Sound war mega undefiniert, eigentlich viel zu laut und doch machten die Briten einen riesen Spaß - Proberaum eben.

Als nächstes folgten Lost Girls aus Marburg - musikalisch die derbere Sorte Deutschpunk. Die hatten rein von der Akustik her einen gleich noch schwereren Stand, da hier eben eine Gitarre weniger am Start war und die Songs naturgemäß schon nicht mit einer Überportion an Abwechslung gesegnet sind. Vom Gesang war hier auch leider so gut wie gar nichts zu hören und so gab die Band, deren (online zu hörenden) Songs mir eigentlich echt zusagen, ein eher unglückliches Bild ab, über das ich nicht weiter berichten kann.

Nach kurzer Raucherpause legten Fjørt dann auch los und brachten einen unglaublich brachialen Sound mit, was nicht zuletzt an der Effektbatterie des Bassisten lag, die einen förmlich an die Wand drückte. Nicht auszudenken, wie das auf einer richtigen Bühne mit anständiger PA klingen würde - Wahnsinn! Als kleines Schmankerl wurde der Bass zeitweise sogar mit einem Bogen bedient - absoluter Hingucker - während der Drummer sein Schlagzeug malträtierte als gäbe es kein Morgen mehr. Hier verstand man leider vom Gesang auch nicht viel, jedoch lud das Klangbild der Aachener zum Eintauchen ein. Irgendwo zwischen Shoegaze-Melodien und Post-Hardcore formte sich eine Atmosphäre sondergleichen. Und das aufgrund der Tatsache, dass auch Fjørt nur zu dritt sind. Dass es die Jungs erst seit zwei Jahren gibt, ist fast nicht zu glauben, denn meist braucht es eine deutlich längere Anlaufzeit, um so tight aufeinander eingespielt zu sein. Da steckt definitiv was dahinter.

Fazit: Dieser Abend hielt endlich einmal das, was auch auf den Eventseiten angekündigt wurde. Gute & vor allem sehr sympathische Bands, nette Gesellschaft, Proberaumatmosphäre und äußerst faire Preise. Die Bands hauten ihre Platten & Shirt alle für 10-12 raus und das bei einer Aufmachung, die sich sehen lassen kann. Unterstützen! (bp)