Bloodsucking Zombies From Outer Space, Thee Flanders, The Acting Apes - 10.10.2010 - Leipzig, Conne Island

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Bloodsucking Zombies From Outer Space, Thee Flanders, The Acting Apes - 10.10.2010 - Leipzig, Conne Island

22.12.2010 - Straßen und Fußwege vereist, kein Durchkommen für Schneefahrzeuge, Züge fahren nicht - ein absolut perfekter Ausgangspunkt, um in eine andere Stadt zu einem Konzert zu fahren, oder? Nun ja, ganz so schlimm war es dann tatsächlich nicht, aber genächtigt haben wir dann trotzdem in Leipzig. Nach einer recht unkomplizierten Fahrt (wer noch auf die Panikmache der Medien hört, sollte das dann doch vielleicht überdenken) kamen wir dann am Conne Island an. Wirklich immer wieder schön, da zu sein - eine der sympathischsten Locations in ganz (Ost)Deutschland, wie ich finde.

Nach gewohnt unkomplizierten Einlass staunten wir erstmal nicht schlecht über das Ausmaß des Thee Flanders Merchandises. Ohne Scheiß, da hingen locker über 25(!) verschiedene T-Shirt Motive an der Wand. Sowas hab ich auch noch nie gesehen, haha. Aber mit 12 Euro pro Shirt doch sehr faire Preise - Daumen hoch dafür, Jungs!

Da das gesamte Equipment schon spielbereit auf der Bühne zu sehen war, machten sich nicht wie angekündigt Voodoo & The Headshrinkers auf, den Leuten das fürchten zu lehren, sondern direkt die Acting Apes. Scheinbar ein Heimspiel für sie, legten sie auch direkt locker los und brachten mit ihrem unverkrampften Auftreten und doch sehr abwechslungsreichem Sound uns und den Zuschauern viel Spaß. Die Pausen mit der typischen-sächsischen Art überbrückend, erinnerten mich die Jungs mehr und mehr an die großartigen Tiger Army aus den Staaten. Vielleicht noch nicht ganz so ausgereift, aber antesten solltet ihr die auf jeden Fall mal. Stimmung kam nach und nach bei den Leipzigern auch auf. Gut so und als Support an diesem Abend perfekt ausgewählt!

Es folgte mit Thee Flanders quasi der erste Headliner des Abends, so haben die Potsdamer doch erst kürzlich eine Split-CD mit den Bloodsucking Zombies From Outer Space veröffentlicht. Nun drängten sich auf wesentlich mehr Leute vor die Bühne des Conne Island und feierten direkt beim ersten Song die Band ordentlich ab. Mir waren die Herren ein wenig zu monoton, hat aber dennoch gefallen. Gegen Ende coverten sie sogar (wie auch auf der Split-CD) "Moonlight Sonata" der Wiener. Nicht nur durch die Körperfülle des Sängers erinnerten mich die Jungs auch ein wenig an Mad Sin. Sei's drum - auch die Potsdamer machten viel Spaß.

Nun sollten also die Bloodsucking Zombies From Outer Space folgen und das taten sie eher als erwartet. Überhaupt waren die Umbauphasen extrem kurz (teilweise nicht mal eine Zigarettenlänge), was mal wirklich eine willkommene Abwechslung war. Die Wiener Herrschaften sah ich hiermit also das zweite Mal und nachdem sie mich auf der Hellnights Tour mit The Other schon mehr als positiv überraschten, schafften sie dies heute abermals! Gleich vom ersten Lied an legten die Vier eine Wahnsinnsshow auf die Bretter. Schon alleine Sänger und Standup-Drummer Richy "Dead" Gein zog das Publikum mit seiner charmanten Art und Ausstrahlung in seinen Bann. Aber auch die anderen Zombies waren echte Hingucker, vor allem auch deswegen, wie sauber und gekonnt sie ihre Instrumente zu beherrschen wussten - als Musiker schaut man da eben einmal genauer hin. Auch die Setlist gab mit Brechern wie "Dr. Freudstein", "Teenage Universal Creature", "Monster Mutant Boogie" und "Reign Of Devils" einiges her - und das waren jetzt nur mal meine Highlights des Abends. Kurz wurde sogar "Love Will Tear Us Apart" in das Outro eines Songs mit eingeflochten. Am Ende gab es nach dem obligatorischen "Moonlight Sonata" (diesmal mit wesentlich mehr Schwung) noch das Alice Cooper Cover "Poison" auf die Ohren und die Meute war wunschlos glücklich. Diese Band macht mit den Stand-up Drums, dem Kontrabass und den Keyboardeinsätzen von Reverend Bloodbath hier und da live einfach enorm viel her und ist jederzeit eine Reise wert. Ach, was red ich - allein schon dieser Wiener Dialekt ist kultverdächtig! Als Zuzugabe schnappte sich sänger Richy dann nochmal die Klampfe und gab in tiefstem wienerisch eine Akustiknummer zum Besten.

Fazit: drei wirklich tolle Bands für einen fairen Eintrittspreis (ca. 14 Euro) in einer sympathischen Location mit ebenfalls fairen Bierpreisen. Uns blieb dann nichts anderes übrig, als ins Hotelzimmer zu fahren, wo schon Bierkasten & Frikadellen (das Gold der Neuzeit - ich sag's euch) auf uns warteten. Danke an die Bands für diesen Abend im verschneiten Leipzig! (bp)

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