Drop Out Chaos

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Drop Out Chaos

Redaktion: Erzhlt doch bitte zunchst kurz etwas ber Euch!

Hallo, wir sind die vier Chaoten aus Berlin und machen Rock n Roll. Ich stell mal kurz die Band vor: Drop Out Chaos sind Dennis (Gesang/Gitarre), Peter (Bass/Gesang), Tobey (Gitarre) und Atze (Schlagzeug). Uns gibt es mittlerweile seit acht Jahren, wobei Tobey und Peter seit 2009 fest dabei sind.

Redaktion: Diesen Monat ist nach drei Jahren mal wieder eine CD von Euch erschienen. Wie wrdet Ihr Euer Werk beschreiben und was macht "Wo geht die Reise hin" besonders?

Ich denke, die "Wo geht die Reise hin" ist die bisher reifste Produktion von uns. Wir sind auf das Album besonders stolz, weil wir dem Sound, welchen wir uns vorstellen, schon relativ nah gekommen sind und wieder eine Weiterentwicklung zum letzten Album erkennbar ist. Die Band ist mit den Jahren reifer und gesetzter geworden und das merkt man den Songs schon an. Der Sound ist nicht mehr so hart wie frher sondern eher rockiger. Auch die Themen der Texte haben sich deutlich verlagert. Unser Label hat unter anderem folgendes ber die Platte geschrieben und eigentlich damit den Nagel auf den Kopf getroffen: "Alles in allem ein guter Schnitt aus Dropout Chaos damals und heute"

Redaktion: Was wrdet Ihr sagen, ist der Unterschied zu "Kalt und Dreckig" und "Lebenslnglich"?

Man merkt der "Lebenslnglich" deutlich an, dass sie unser Debtalbum ist. Wir hatten einfach noch keinen richtigen Plan, wie unsere Musik zu klingen hat. Fr uns war damals die Atmosphre im Studio total neu und ungewohnt. Im Zeitdruck haben wir mehr darauf geachtet, alles in der vorgegeben Zeit zu schaffen, als vielmehr ein Auge auf die Qualitt und den Sound zu legen. Im Nachhinein wrden wir natrlich viele Songs der Platte vollkommen anders einspielen und abmischen. Aber ich denke, dass sagt fast jede Band ber das eigene Debtalbum. Mal schauen, vielleicht haben wir ja irgendwann mal Bock darauf, die Songs neue einzuspielen.

Redaktion: Die "Kalt und Dreckig" ist demgegenber schon deutlich runder und vom Sound viel brachialer. Das liegt vielleicht auch am Kugelphone Studio,wo wir die Platte eingespielt haben. Dort produzieren viele Hardcore-Bands ihre Alben und daher legen die Jungs dort hinter dem Mischpult viel Wert auf einen aggressiven Sound. Wir hatten zu der Zeit einfach Bock darauf, unsere Songs besonders fett auf die Platte zu bekommen. Die Gitarren sind schon ziemlich verzerrt und bauen eine ordentliche Wand auf.

Die aktuelle Platte sollte sich vom dem wieder abgrenzen und vom Sound viel differenzierter sein. Der Grundtenor des Albums ist schon eher rockig. Wir wollen unbedingt verhindern, dass jede Platte von uns gleich klingt und sind daher bewusst vom aktuellen Trend abweichen, jeder Platte bis ans Maximum fett und laut zu produzieren.
Die Themen der Texte haben sich bei uns auch sehr verlagert. Waren wir frher oft einfach nur prollig in den einzelnen Texten, denken wir heute ber manche Themen doch anders. Man ist ja keine 18 mehr und sieht dadurch die Welt schon teilweise mit anderen Augen. Wir haben aber damals so gefhlt und stehen daher heute noch zu den alten Songs.

Redaktion: Werdet Ihr auch wieder ein Video zu einer der Songs drehen?

Ursprnglich war ein Video zum Album geplant. Letztendlich ist es dann aber am Zeitmangel gescheitert. Die Platte musste zu einem bestimmten Termin in den Druck und Peter und Tobey waren zeitweise sogar parallel mit ihrer Band Zeitfern im Studio, so dass dann fr ein Video einfach kein Raum mehr vorhanden war.
Als Bonus wurde ein Multimediateil auf die Platte gepresst, wo u.a. auch ein Videomitschnitt vom OFT Festival 2010 zu sehen ist. In erster Linie soll das ein kleines Dankeschn an all die Leute sein, die sich die Platte noch kaufen und nicht nur illegal im Netz ziehen.
Wir haben videomig aber noch was in der Planung und ein paar coole Ideen. Ob das jetzt aber direkt in der Zeit nach der Verffentlichung des Albums abgedreht wird oder doch erst zum nchsten Album geschehen wird, wissen wir jetzt noch nicht.

Redaktion: Ihr spielt dieses Jahr noch auf einigen Festivals. Was findet Ihr besser: grere Events oder kleine Gigs?

Ich denke, die Mischung ist das Spannende. Zum Beispiel spielen wir nchste Woche als Special Guest bei einer K1-Profibox-Veranstaltung und einen Tag spter bei einem Bikerfestival. In den kleinen Clubs ist natrlich die Atmosphre viel persnlicher. Man steht sich mit dem Publikum Auge in Auge gegenber merkt sofort, wenn der Funke berspringt oder nicht. Auf der anderen Seite fetzt es natrlich auch auf einer groen Bhne vor vielen Leuten zu spielen. Da bekommst du nochmal einen richtigen Adrenalin-Kick.

Redaktion: Am 1. September kann man Euch sogar live auf der Onkelznacht am Kiessee erleben. Wie steht Ihr zu den Onkelz und den gespaltenen Meinungen die es leider zu dieser Band gibt?

Wir freuen uns schon richtig auf die Onkelznacht. Sie war im letzten Jahr mit rund 1000 Besuchern ein ordentlicher Erfolg und geht dieses Jahr mittlerweile in die 5. Runde. Die Onkelz waren damals die Band, die uns am meisten musikalisch geprgt hat. Natrlich hat man auch viele andere Bands gehrt, aber keine hat uns so ber die Jahre intensiv begleitet wie die Onkelz. Sie haben einer ganzen Generation eine Stimme gegeben und haben einfach geile Musik gemacht. Ich denke, man hrt unserer Musik auch raus, dass wir von den Onkelz beeinflusst wurden. Das in der ffentlichkeit das Verhltnis zu den Onkelz gespalten ist, ist mir mittlerweile schei egal. Klar, frher musste man sich in der Schule von vielen Leuten komische Blicke und Sprche gefallen lassen, wenn man ein Onkelz Shirt trug, aber das hat sich ja in den letzten 10 Jahren deutlich entspannt. Ich meine, die gibt's ja nun mittlerweile auch schon einige Jahre nicht mehr.

Redaktion: Was sagt Ihr allgemein zu diesem ganzen Szenegetue? Ist es etwas, das einen das ganze Leben begleitet oder wird man irgendwann zu erwachsen dafr?

Naja wir selber fhlen uns einer bestimmten Szene gar nicht zugehrig. Das geht uns alles am Arsch vorbei. Klar, wir haben zwar Freunde aus den unterschiedlichsten Szenen, ob nun Punks,Skins, Normalos oder Biker, aber wir machen da doch lieber unser eigenes Ding. Ich denke, es ist auch ganz normal, wenn man in jungen Jahren in verschiedene Szenen reinschnuppert. Man muss sich ja erst finden und selber schauen, was zu einem passt und was scheie ist. Im Alter wird man dann doch ruhiger und entspannter. Lcherlich finde ich nur die ganzen Penner, die sich immer als Szenepolizei aufspielen und jedem sagen wollen, was erlaubt ist und was nicht.

Redaktion: Findet Ihr, dass Seiten wie Myspace und Facebook hilfreich fr die Karriere sind oder auch hinderlich sein knnen?

Naja, Myspace ist ja mittlerweile tot. Facebook ist da natrlich zur Zeit total angesagt. Ich persnlich finde Facebook im Groben eine gelungene Sache. So knnen wir Leute erreichen, die uns vorher nicht kannten. Man kann sich schnell Informationen ber fast alle Bands besorgen. Gerade im Bereich Deutschrock, wo in den letzten Jahren so viele Bands nachgekommen sind, hilft das dann einen gewissen berblick zu bekommen. Meines Erachtens sollte man aber die Sache aber nicht berbewerten und ihr zu viel Gewicht schenken. Schlielich kann Facebook einem nicht die geilen Abende auf den Konzerten ersetzen.

Redaktion: Wie eng ist der Kontakt zu Euren Fans? Bekommen sie eine Antwort wenn sie Euch dort schreiben oder ist es mittlerweile nicht mehr mglich, da der Andrang zu gro ist?

Ich wrde sagen, dass wir schon einen guten Kontakt zu unseren Supporten halten. Zu manchen sind sogar richtig enge Freundschaften entstanden. Das freut uns immer wieder, wenn man irgendwo in Deutschland auf einem Konzert oder Festival Leute trifft, die man kennt und dann zusammen feiern kann. Wir sehen die Sache natrlich nur als Hobby und haben jetzt keine Ambitionen voll durchzustarten. Wir mssen schon teilweise ber manche Bands lachen, die kein Schwein kennt, die aber dann mit einem Management auffahren wollen.
Wir freuen uns natrlich, dass das neue Album in der kurzen Zeit seit dem Release von den Leuten so gut angenommen wird. Die ersten Kritiken sind sehr positiv und die Anzahl der Bestellungen ist auch stetig seit der "Kalt und Dreckig" gestiegen.

Redaktion: Was kann man dieses Jahr noch von Euch erwarten?

Wir proben zur Zeit wie bekloppt, um den Leuten auf den anstehende Shows was zu bieten. Wir haben uns dieses mal auch wirklich vorgenommen, nicht wieder drei Jahre bis zum nchsten Album ins Land streichen zu lassen. Wir bleiben am Ball und fangen mit dem Songwriting direkt wieder an. Wir haben auch schon eine coole Idee, um die Zeit bis zum nchsten Album mit einem Projekt zu fllen. Da wollen wir mal ein bisschen experimentieren und schauen, was am Ende bei raus kommt. Was das aber genau sein wird, kann ich jetzt noch nicht sagen.

Redaktion: Ich danke Euch vielmals fr dieses Interview. Zum Schluss knnt Ihr noch ein paar warme Worte an die Leser los werden. Viel Erfolg weiterhin!

Viele Gre gehen an unsere Supporter, die uns ber die Jahre so untersttzt haben und sich noch oldschool-mig die Platten kaufen. Wir mchten uns an dieser Stelle auch bei Punkrocknews fr das Interview bedanken.
Ansonsten kommt auf unsere Konzerte und habt mit uns ne geile Zeit. Alle Konzertdaten findet ihr im brigen auf www.dropoutchaos.de.

Eingetragen von se am 28.06.2012.

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